Streiten über Pappmaché

Streiten über Pappmaché. Zur Eigendynamik von Medienräumen und die damit verbundene Schwierigkeit, Fluidität zu denken.

In: Tischner, Schreiber: Fluid Spaces: Curating Decentralities. A SeeKult Festival Reader.

Steimer, Paganini, Filipović: Das Selbst im Blick. Interdisziplinäre Perspektiven zur Selfie-Forschung. Nomos.

Die Ausstellungsschrift „Streiten über Pappmaché“ stellt den Abschluss der auf dem SeeKult Festival 2023 präsentierten Skulptur „World-Vies, wer zuerst kommt malt zuerst“ dar und untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Teilhabe und Aneignung.

Ausgehend von der künstlerischen Skulptur eines riesigen Papamaché-Globus, der während des SeeKult Festivals von Passant:innen bearbeitet werden konnte, entfaltet sich eine kulturtheoretische Reflexion über die Bedingungen ästhetischer Kommunikation im Zeitalter polarisierter Diskurse. Der Text liest den „Streit“ nicht als Fehlfunktion, sondern als epistemische Figur der Gegenwart, in der kulturelle Deutungshoheit umkämpft ist. Ich argumentiere, dass der Konflikt um Kunstobjekte- selbst wenn trivial erscheinend - auf eine fundamentale Krise des gemeinsamen Sinnhorizonts verweist: Wenn die symbolische Ordnung instabil wird, wird Material (hier: Pappmaché) zum Träger politischer Bedeutungen. Der Text skizziert eine Theorie des Ästhetischen, die nicht mehr nach Konsens, sondern nach produktiver Differenz fragt. Streit erscheint so als performative Praxis kollektiver Welterzeugung, die es auszuhalten und zu nutzen gilt.

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